Wetterderivate zum Schutz der Produzenten
Ein Wetterderivat ist eine Sonderform von Derivaten, welches meteorologische Daten als Basiswert verwendet. Sie werden für gewöhnlich zwischen einem Unternehmen und dessen Versicherung oder seiner Bank abgeschlossen. Hierbei wird das Risiko, das der Unternehmer ohne das Derivat tragen würde, auf den Vertragspartner übertragen.
Derivate als Mittel des Risikomanagements
Fast alle wirtschaftlichen Aktivitäten, natürlich nicht nur der Anbau von Obst und Gemüse, sind stark vom Wetter abhängig. Deswegen nutzen viele Unternehmen Wetterderivate, um sich vor etwaigen Verlusten zu schützen, die durch den Ausfall oder den veränderten Ablauf einer Aktion verursacht werden könnten. Derivate werden also als Maßnahme zur Risikominderung genutzt und fallen somit in den Bereich des Risikomanagements eines Unternehmens. Die Möglichkeit zur Nutzung von Wetterderivaten besteht jedoch erst seit den 90ern und sie sind teilweise noch nicht standardisiert.
Ein Beispiel zur Erläuterung
Die meisten Obstbäume sind in ihrer Blütezeit extrem empfindlich. Kommt es in dieser Zeit zu kalten Temperaturen oder sogar Frost, muss der Landwirt mit Einbußen bei der Ernte rechnen. Um trotzdem genügend finanzielle Erträge zu erzielen, kann er mit der Bank ein Wetterderivat abschließen. In diesem wird vereinbart, wie viel Geld der Landwirt für einen kalten Tag bekommt oder bei zu wenig oder zu viel Niederschlag. Da Temperaturen nicht von anderen Menschen abhängig sind und somit auch nicht beeinflussbar, sind Wetterderivate wahrscheinlich die einzigen, die nicht manipulierbar sind. Etwaige Ungleichheiten zur Erntezeit werden durch finanziellen Ausgleich beglichen. Der einzige negative Punkt von Wetterderivaten ist, dass sie auf Grund ihres jungen Alters noch nicht ein eigenes Preisfindungssystem haben.