Derivate als Indikator
Grundverständnis von Termingeschäften
Ein Derivat beschreibt ein Termingeschäft, das sich auf die Zukunft bezieht. Dabei kann auf steigende oder fallende Kurse spekuliert werden, die Wahl der Richtung steht dem Anleger frei. Ein Derivat besitzt als Basiswert einen Index oder eine Aktie, auch Währungen und Rohstoffe sind als Grundlage möglich. Prinzipiell verfügt ein Termingeschäft über keine direkte Aussagekraft auf die Zukunft und erfüllt nicht die Merkmale eines Indikators. Es besitzt keine eigene Kursentwicklung, da diese an einen Basiswert gekoppelt ist. Deswegen können keine Aussagen über Kursverläufe getroffen werden.
Natürlich kann Charttechnik auch auf einen Optionsschein Anwendung finden, doch dann sollte lieber der Basiswert untersucht werden. Ein Derivat wird von Banken herausgegeben. Diese werden in Fachkreisen als Emittenten bezeichnet. Bei den Kursen kann es zu stärkeren Schwankungen kommen, die auf Ungenauigkeiten in der Kursbestimmung beruhen. Deshalb ist es dem Anleger sehr zu empfehlen, für die Analyse bevorzugt den Basiswert zu wählen. Kursausfälle sind bei Derivaten keine Seltenheit und führen bei unerfahrenen Händlern zu Unsicherheiten. Wer sich dem entziehen möchte, sollte am besten vorher ausgiebig in einem Demokonto mit Optionsscheinen und Zertifikaten üben. Damit lässt sich die erste Pleite des Börsenkontos klug vermeiden und wertvolle Erfahrungen können gesammelt werden.
Emittenten und Märkte
Obwohl ein Derivat grundlegend nicht als Indikator taugt, kann es für kleinere Kursschwankungen dennoch herhalten. Ein Emittent verdient sein Geld, wenn ein Derivat in Form eines Zertifikats erledigt wird. Dies geschieht, wenn ein bestimmter vorher festgelegter Kurs unterschritten wird. Diese Scheine können als Call oder Put gekauft werden. Ein Termingeschäft bezieht sich dabei logischerweise auf steigende und das andere auf fallende Kurse. Sobald der Preis des Knockouts erreicht wurde, verfällt der Schein wertlos. Der Händler verliert sein ganzes Geld und seine einzige Chance einen kleinen Teil zu retten besteht darin, vorher zu verkaufen.
Nun haben Kurse Angewohnheiten, zu solchen Barrieren zu tendieren. Banken müssen von etwas leben und deshalb werden diese Knockouts oft erreicht. Eine Handelsstrategie kann nun darin lieben, nach diesen Schlusskursen zu handeln. Übertragen auf das echte Leben läuft es wie beim Online Dating. Wenn eine Frau dem Mann gefällt, versucht er alles, um sie für sich zu gewinnen. Er steigert immer wieder seine Bemühungen, bis sie sich auf das Date einlässt. Doch wenn sie in der Realität nicht seinen Vorstellungen entspricht, verlässt er sie enttäuscht. Genauso verhält es sich mit dem Kurs. Er steigt bis zu einer gewissen Barriere, die bei unserem Punkt das Date im echten Leben ist. Kaum wurde diese Barriere erreicht, dreht der Kurs um. Bei uns wurden die Erwartungen an die Frau nicht erfüllt. Nun kann es sein, dass die Frau besser aussieht als angenommen und sich plötzlich als die große Liebe heraustellt. Dann macht der Kurs an der Barriere einen höheren Sprung. Dies kann eine Reaktion des Marktes sein und keiner weiß, wie die Zukunft aussieht. Es liegt im Ermessen des Anlegers zu handeln.
Handelsstrategie Tagesumsatz
Eine Handelsstrategie zu den Emittenten besteht darin, sich die Tagesumsätze anzuschauen. Dabei sollte Wert gelegt werden, in welche Termingeschäfte das meiste Geld geflossen ist. Wurde viel Geld in einen DAX Call 5500 investiert und steht der aktuelle Kurs bei 5530 Punkten, kann nun auf fallende Kurse spekuliert werden. Denn wenn der DAX unter 5500 Punkte fällt, kassiert die Bank Geld und dazu ist die Börse schließlich da. Da kann auch der Lebenspartner nicht vor Verlusten bewahren.
Besonders beim DAX ist diese Strategie zu empfehlen, bei Rohstoffen hat sie keine so hohe Trefferquote. Wenn der Kurs morgens um 1% gestiegen ist und alle Anleger zu fallenden Kursen tendieren, kann es zu noch höheren Kursen kommen. Die Börse ist keine Einbahnstraße und es muss sich immer für jemand lohnen. Diese unbekannte Variable ist im Regelfall eine Großbank.