Der Begriff Derivat in der Linguistik
Wie auch im Bereich der Chemie hat das Wort in der Sprachwissenschaft mit der Um-, bzw. Neuformung zu tun. Derivation ist hierbei das wichtigste Mittel zur Wortbildung in der deutschen Sprache. Ebenfalls wichtig, wenn auch nur wenig verschieden ist die Komposition, das Zusammenfügen von Wörtern.
Für den Laien schwer verständlich
Um die Erklärung zu verstehen ist es notwendig erst einmal einige Wörter und vor allem deren Bedeutung zu kennen. Das Wort Lexem, überraschenderweise Deutsch, bezeichnet Wörter, die zu der selben Wortart gehören und die gleiche Grundbedeutung haben. So sind alle Konjugationen eines Verbs ein Lexem, das dazugehörige Substantiv jedoch ein anderes. Unter einem Affix versteht man Silben, die vor oder nach einem Wort kommen und keine eigenständige Bedeutung haben. Im Gegensatz dazu gibt es Konfixe, die an die gleichen Stellen treten, jedoch von sich aus schon eine Bedeutung mitbringen. Beispiele für Affixe sind Ge- und Be-; Beispiele für Konfixe sind Omni- und Bio-. Mit diesem Wissen ist dann die Erklärung für Derivate in der Linguistik schon besser verständlich. Durch die Zusammenführung von Lexemen und Affixen wird ein neues Wort gebildet, welches nicht unbedingt selbst ein Lexem sein muss. Bestes Beispiel: Das Lexem greifen wird mit dem Affix be- zusammengeführt und es entsteht das Derivat: begreifen.
Abgrenzung zu anderen Wortbildungsmöglichkeiten
Als Flexion bezeichnet man die Beugung eines Wortes, ähnlich der Konjugation von Verben. Morpheme sind die kleinsten Einheiten der deutschen Sprache, die eine Bedeutung aufweisen können. So steht der Buchstabe -e am Ende eines Wortes für des Plural. Mit Hilfe von Morphemen werden Wörter gebeugt. Der Unterschied zum Derivat besteht darin, dass bei Flexionen nur eine neue Wortform auftritt, bei Derivaten dagegen ein neues Lexem. Außerdem ändert sich bei der Derivation auch die Wortart und es werden nie alle möglichen Grundmorpheme gebildet, da nicht alle notwendig sind (Substantive zu Verben zum Beispiel).