Ansturm auf Derivate: Die Wirkung der kollektiven Intelligenz
Mit einem Umsatz von 7,9 Mrd Euro im Monat April kann die Börse in Stuttgart zwar keinen großen Wirtschaftsaufschwung feststellen, es ist jedoch auch keine Stagnation. Für die Wirtschaftswissenschaftler sind diese Zahlen auch nur mäßig interessant, für den normalen Bürger jedoch sind sie unfassbar. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie sich eine Million auf dem Konto anfühlt, von dem 700-fachen Betrag ganz zu schweigen. Dass eine so hohe Menge umgesetzt wurde, liegt vor allem daran, dass sich immer mehr Menschen an Finanzgeschäfte trauen, weil andere es ja auch tun.
Mit dem Strom schwimmen
Die kollektive Intelligenz wird auch als Schwarmintelligenz bezeichnet und ist ein immer wieder spontan auftretendes Phänomen. Bereits Aristoteles formulierte einige Grundprinzipien zu diesem
Vorkommen. Durch Kommunikation, vorrangig Mundpropaganda, und Handlungen von starken Individuen werden bei den anderen Angehörigen des "Schwarms" intelligente Verhaltensweisen hervorgerufen. So hat sich zum Beispiel Couchsurfing bei Wimdu zu einer regelrechten eigenen Liga entwickelt. Zusammen agieren sie dann, wie ein einziger "Superorganismus". Als ein gutes Beispiel für einen solchen Organismus dient das Internet, im speziellen die sozialen Plattformen. Hier wird menschliche Intelligenz aggregiert und Meinungen in Wellen verbreitet und übernommen.
Organisation des Superorganismus
Eine Folge davon sind Smart Mobs. Ähnlich wie die inzwischen ziemlich bekannten Flash Mobs werden hier kurzfristig Menschenaufläufe organisiert, die sich vom Flash Mob nur darin unterscheiden, dass sie einem Zweck dienen und nicht nur der Unterhaltung. Im Jahr 2001 schafften es Mitglieder solcher gut organisiertet Proteste in Manila sogar, zum Absetzen des Präsidenten beizutragen. Dieser stand unter Korruptionsverdacht und sah sich plötzlich überall mit schwarz tragenden Menschen konfrontiert, die ihn beobachteten.