Der Begriff Derivat in der Chemie
Das Wort Derivat ist polysem, dass heißt es besitzt mehrere Bedeutungen. Bekannte Wörter mit dem gleichen Schicksal sind z.B. Birne (Frucht, Leuchtkörper oder Kopf) und Schloss (in der Tür oder das des Königs). Darum ist es gut zu wissen, was das Wort in welchem Zusammenhang bedeutet.
Derivatisierung - die Herstellung eines Derivates
Ein Derivat erhält man, in dem man ein Wasserstoffatom oder eine funktionelle Gruppe eines Atoms durch andere Gruppen ersetzt oder sie ganz entfernt und so eine chemische Grundsubstanz erreicht. Ein gutes Beispiele für diesen Ablauf ist Alkohol. Ersetzt man das R in seiner chemischen Struktur R-O-H durch ein Wasserstoffatom, erhält man Wasser H-O-H.
Folglich ist Alkohol ein Derivat von Wasser. Derivate von Ethan, dem geruch- und farblosen Gas, sind z.B. Ethanol, auch als Ethylalkohol bezeichnet, und Essigsäure (eigentlich Ethansäure). Die Derivatisierung ist nicht nur im Chemieunterricht von Bedeutung, wo man mit den Schülern Alkohol herstellt und endlich mal deren ungeteilte Aufmerksamkeit hat, sondern vor allem in der Pharmazie.
Die Bedeutung in der Medizin
Den größten Vorteil bringen Derivate, wenn sie bestehende Medikamente in sofern verbessern, als dass diese dann effizienter wirken und verträglicher sind. Es ist diesem chemischen Vorgang zu verdanken, dass wir heute die Acetylsalicylsäure haben, die wesentlich besser geeignet ist, als ihr Grundstoff Salicylsäure, der in 2% Konzentration zwar in Kosmetikprodukten und Aknecremes vorkommt, jedoch bei stärkerer Konzentration schwere Hautschäden verursachen kann, da die Säure die Haut auflöst. Deswegen ist die Behandlung von Warzen und Hühneraugen mittels einer 10% Konzentration des Stoffes auch nur auf Anraten eines Arztes und sehr vorsichtig durchzuführen.